Archive for 8. August 2008
Standesamt, Hochzeit und andere schwierige Sachen
Stellt Euch vor, ich bin tatsächlich mal wieder auf einer Hochzeit eingeladen. Ich habe da Erfahrung mit, es ist ja schließlich schon meine dritte … Da kriegste Erfahrung! Einladung meinte ich natürlich.
Spaß beiseite, plötzlich tauchen quälende Fragen auf. Was zieh’ ich denn nur an? Um Himmels Willen, paßt denn der Anzug noch? Hmmm, wann war der Termin beim Standesamt nochmal? Darf sich denn da jeder so einfach mit reinsetzen und an der Zeremonie teilnehmen? Bring’ ich da was nettes mit? Lächle ich, wenn das frischvermählte Paar zum ersten mal an mir vorbeischreitet? Hab’ ich alle Preisschilder vom Anzug abgezupft? Kann ich mit dieser Frisur überhaupt dahin? Hab’ ich überhaupt noch genug Treibstoff im Tank, um da hinzukommen? Wer…? Wie…? Was…? Wo…?
Ich glaube, es hilt einfach nur, alles auf sich zukommen zu lassen. Dem Hochzeitspaar geht es ja auch nicht anders. Man könnte fast meinen, ich heirate morgen selbst. Aber, niemand hat gesagt, es würde einfach werden. Es gibt eben schon schwierige Sachen.
Ich spür’ jetzt schon, wie der Anzug kneift …
6 comments Freitag, 08. August 2008
Appell der Eierköpfe
Die Zukunft mit Spiel, Spaß und Spannung für unsere Kinder ist gesichert! Und insgeheim für uns Erwachsenen natürlich auch! Zwischenzeitlich ist man ‘überraschungseierweise’ zurückgerudert und Frau Miriam Gruß, Mitglied der Kinderkommission, hat verkündet, daß es sich nicht um ein Verbot, sondern vielmehr um einen Appell handeln sollte. Das Gremium fordere einen Hinweis auf die Erstickungsgefahr von Kleinkindern, wenn Spielzeug in Kombination mit Lebensmitteln angeboten werde. Dieser Appell gilt dann natürlich auch für eine Kennzeichnung bei Überraschungseiern.
Man muß sich wirklich wundern, welche Plattitüden seitens der Politik und bestimmter Gremien öffentlich verbreitet werden. Jeder Mensch mit etwas gesundem Menschenverstand kann sich vorstellen, daß durchaus eine potentielle Erstickungsgefahr bestehen könnte, wenn Spielzeug in Verbindung mit Lebensmitteln angeboten wird. Natürlich wäre es hier dann auch sinnvoll, für die dümmsten aller Bürger einen entsprechenden Hinweis anzubringen. Um in der Politik darauf zu kommen, muß man da schon ein ganzes Gremium bemühen, das dann noch nicht einmal in der Lage ist, seine ‘Erkenntnisse’ sauber zu kommunizieren.
Wie peinlich ist das denn? Leute, bevor Ihr Euch Gedanken um unsere Kinder macht, solltet Ihr Euch vielleicht mal ein paar Gedanken über Euch und Euere Zukunft machen. Es handelte sich heute also nur um einen weiteren, gutgemeinten Appell der Eierköpfe und es gibt Entwarnung: Das Überraschungsei wird nicht verboten!
Hier noch ein eindringlicher Appell von meiner Seite: Man sollte sich wirklich mal ernsthafte Gedanken darüber machen, überflüssige Kommissionen und Gremien abzuschaffen!
Und: Es bleibt zu hoffen, daß die verantwortungsbewußten Eltern ihren schluck- und erstickungsfreudigen Kleinkindern dann auch noch die Bedeutung des aufgedruckten Gefahrenhinweises hinreichend transparent machen können. Denn mit selbst lesen ist da nix im Kleinkindalter! Und mit selbst verstehen, wenn man so einen Hinweis vorgelesen bekommt, leider auch noch nicht so ganz!
Um das den Kleinen dann aber doch plakativ und eindrucksvoll deutlich machen zu können, daß man Plastikteile gehörigst nicht verschlucken sollte, wird eine Vielzahl von Erziehungsberechtigten dann zum letzten Mittel greifen: Sie werden sich, vor den Augen ihrer überraschten Kinder, das frisch ausgepackte Plastikspielzeug aus dem Überraschungsei demonstrativ in den Mund stopfen, große Augen machen, und mit streng erhobenem Zeigefinger den Kopf schütteln. Vielleicht schaffen es manche dann ja gerade noch, mit den verbleibenden Resten der Artikulationsfähigkeit, zusätzlich noch ein sonores „Nein! Nein! Nein!“ dabei zu nuscheln. Spätestens dann ist für das Kleinkind ja alles klar und das Ersticken quasi schon vorprogrammiert.
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