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Schwere Umweltverschmutzung

Da steht eins, ein „SUV“. Diese Fahrzeugart sieht man heutzutage ja sehr häufig auf Deutschlands Straßen. Die sind ja stark in Mode. Man fragt sich insgeheim, was „SUV“ wohl so bedeuten mag. Viele wissen es meist gar nicht. Ein „SUV“ ist ein „Sport Utility Vehicle“, was man in Anbetracht der Größe auf den ersten Blick oft gar nicht glauben mag.
Genauso wie die Fahrzeuge häufen sich auch Berichte über Mitmenschen, die nichts schöner und spannender finden, als über die vorbeirollenden „SUVs“ gar kräftig abzulästern.
Guck’ mal, der Vollidiot da, der fährt doch tatsächlich ein „SUV“! Unvorstellbar in der heutigen Zeit! Die verpesten doch nur unsere Umwelt, die Dinger! Was da hinten wohl rauskommt, kannste Dir gar nicht vorstellen! Stell’ Dir vor, was das Ding erst mal verbraucht! Da muß man doch wirklich bescheuert sein, bei den Benzinpreisen. Und, stellt Euch vor, was die Dinger in der Anschaffung kosten! Der muß ja was an der Waffel haben! Unglaublich! Der hat ‘ne echte Macke!
Egal ob „SUV“ oder andere große Kutsche, hier bei uns sind so manche Mitmenschen ganz schön schnell mit der Hetze und Lästerei dabei. Leider.
Aber, dabei wird oft (oder nahezu immer) eins zu gerne vergessen: Die „SUV“-Fahrer mußten ihr Vehikel selbst bezahlen, entweder in Bar oder eben per Kredit. In jedem Fall sind „SUV“-Fahrer schon mal bei der Anschaffung eine ganze Menge Kohle los. Sie blechen selbst für das Ding, da hat man ihnen nichts dazugegeben oder geschenkt. Manche legen dabei tatsächlich einen Betrag von locker einer halben Eigentumswohnung auf den Tisch. Bei der Steuer zahlen sie auch wieder deutlich mehr, denn schließlich haben diese Fahrzeuge zumeist auch einen mörderisch großen Hubraum. Weiter geht’s an der Tankstelle, da sind bei jeder Füllung schon mal wieder mindestens 100 Euro dahin. Die Wartung und Inspektion? Gar keine Frage, auch da wird wieder tief in die Tasche gegriffen. Versicherung? Klar, die kostet auch so richtig Geld. Auch die achtfache Bereifung nicht zu vergessen, für die man schon gerne mal fast einen Billigurlaub investiert. Die „SUVs“ sind rollende Sparkassen, die alleine durch das Geld der „SUV“-Fahrer im Betrieb gehalten werden. Ohne Spenden, Almosen oder Transferleistungen.
Wieso läßt man die „SUV“-Fahrer denn eigentlich nicht einfach in Ruhe? Denn schließlich zahlen sie ihren Spaß aus eigener Tasche. Oder haben die Nörgler da heimlich etwas dazugelegt … ?!
Die mit den lautesten stimmen träumen sicher nachts davon, auch mal über den Lack streicheln zu dürfen und sich in den schönen weichen Nappa-Ledersitzen niederzulassen, ein bißchen am Bordrechner zu spielen und sich über die bunte Verbrauchsanzeige zu freuen.
Die Sache ist doch ganz einfach: Es gibt Leute, die können sich das einfach leisten und andere, die können nur davon träumen. Da es sich bei der ersten Gruppe um eine kleinere Gruppe handelt, ist es ja auch ganz einfach, mit dem Finger draufzuzeigen und sich bei der ersten Gelegenheit den Mund darüber zu zerreißen.
Aber, mal ehrlich, hier geht’s doch nicht darum, eine „schwere Umweltverschmutzung“ (SUV) zu verhindern. Nein, die Tiraden müssen einfach raus, weil manchen Leuten sonst der Kopf vor lauter Neid platzen würde!
Ach, wie langweilig wäre es, ohne diese Neiddebatten, ohne „SUVs“ und große, dicke Autos …
2 comments Montag, 28. Juli 2008
Dinosaurier … ich werde Dich vermissen!

Da steht er also, der Dicke, der Große, der Starke. Um bei den Tatsachen zu bleiben, müßte man richtigerweise sagen: der dickste, der größte und der stärkste. Das Fahrzeug ist seit seiner Markteinführung am 4. März 1991 im Genfer Nova Hilton, aufgrund seiner Leistungsdaten und Abmessungen, bisher unübertroffen. Er setzte Maßstäbe in einer Epoche, die nicht mehr seine war und erntete prompt massenweise Kritik. Was mußte er alles übersich sagen lassen? Adjektive wie groß, schwer, klobig, klotzig, massig, durstig, und saurierhaft waren stets die Begleiter der Kritiken dieses außergwöhnlichen Fahrzeugs. Eine Reise mit dem Autozug wurde anfänglich zur echten Herausforderung, die ersten Modelle waren eben absolut nicht für einen Autozug erschaffen worden und paßten schlichtweg nicht auf die Waggons. Ohne längeres Hinsehen hat man ihn vorschnell und mit einer frevelhaften Leichtigkeit auch ganz offen als „Panzer“ oder „Panzerkreuzer Potemkin“ bezeichnet. Der Dicke hatte es nie wirklich leicht, denn er war von Geburt an etwas ganz besonderes, gebaut als stahlgewordenes Symbol der Superlative. Konzipiert in den achtziger Jahren, in einer Ära des Aufschwungs und Fortschritts, in der es in der Republik stets bergauf ging, kam er ein wenig zu spät auf die Welt. Noch bevor er vorgestellt wurde, kamen die Wende, die Einheit und die klare Einsicht, daß die florierende wirtschaftliche Entwicklung der Achtziger so nicht mehr fotzusetzen war. So stand er da, bereits als neugeborener Saurier ein Relikt aus einer vergangenen Epoche. Das machte ihm das Leben schwer. Während er sich auf dem heimischen Markt nicht so recht durchsetzen konnte, wurde er in weit entfernten Ländern, weit weg vom großen Nörgeln und Zweifeln, in Amerika, in Fernost und im Orient gefeiert. Man schätzte ihn, so wie er war, so wie er auf die Welt gekommen ist, aufgrund seiner herausragenden Attribute. Dort war er mit seinem üppigen Innenraum gerade groß genug und konnte seine inneren Werte, mit bis zu 408 PS, zur Geltung bringen. In Deutschland hat man ihn leider nie so warm empfangen. Der Nachfolger der W140 S-Klasse sollte nicht mehr so üppig ausfallen, sollte möglichst gesellschaftskonform werden. Er sollte leichter, kleiner und schlanker werden. Auch dies ist den Ingenieuren nach dem großen Wurf gelungen. Der Nachfolger wurde in der Tat leichter, kleiner und schlanker und leider auch langweiliger. Seit dem W140 sind die Tage gezählt, in denen eine S-Klasse noch als solche und als ein überragendes Fahrzeug wahrgenommen wurde. Während der W140 noch ein aufregender Elephant war, mutierten die Nachfolger zu unscheinbar grauen Mäusen, die niemand mehr so richtig registriert. Und so langsam dämmert es uns, je weniger wir den W140 auf unseren Straßen sehen und er schleichend aus dem Straßenbild verschwindet. So langsam fällt uns auf, daß uns etwas fehlt, über das wir engagiert diskutieren konnten, daß uns etwas fehlt, das aus der breiten Masse hervortritt. Es wird uns so langsam klar, daß wir den netten „Dicken“ doch sehr lieb gewonnen haben und ihn vermissen. Zumindest geht es mir so.
Dinosaurier … ich werde Dich vermissen!
Deshalb die Frage: Wer gibt mir die schönen Zeiten zurück und schenkt mir seinen optisch und technisch einwandfreien Dino … ?! ;-)
Add comment Donnerstag, 24. Juli 2008