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Ein märchenhaftes Menü

Ich sitze gerade hier und träume von folgenden Speisen:

Vorspeisenvariation (serviert)

  1. Terrine von der Maispoularde mit Kräutergelee, Kürbis-Linsen und Kartoffelvinaigrette
  2. Blattsalat mit Riesengarnele und Tomaten-Avocadovinaigrette
  3. Vitello tonnato im Gläschen
  4. Lachs “Caipirinha”

Zwischengang (serviert)
Pfälzer Festtagssuppe mit verschiedenen Klößchen

Hauptgangbüffet

  1. Maispoulardenbrust in Rosmarin gebraten auf mediterranem Mittelmeergemüse mit Balsamicosauce und Parmesangnoccis
  2. Duett vom Zander und Welsfilet auf Gemüsebandnudeln und Pfälzer Rieslingschaum
  3. Kalbsrücken unter Champagnersenfkruste mit Dornfelder Schalotten, Bohnenpotpourri und Rosmarinpolenta

Dessertvariation (serviert)

  1. Birnenstrudel mit Williamssabayon und Eis
  2. Waldbeergrütze mit Vanillerahm
  3. Panna Cotta mit mariniertem Erdbeersalat
  4. Creme Brûlée von der Tonkabohne

Ich träume… und… träume… und träume einfach noch ein bißchen weiter… von diesem märchenhaften Menü… meiner wunderschönen Prinzessin… und diesem wunderbaren Tag……

 
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Geschrieben von - Dienstag, 02. September 2008 in "Locker auf die Gabel"

 

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Die Lehre von den Freuden der Tafel

Haben Sie schon einmal etwas über die Lehre von der Weisheit des Essens, der Gastrosophie gehört? Diese Begrifflichkeit geht zurück auf Baron Eugen von Vaerst, der im Jahre 1851 das Buch “Gastrosophie oder die Lehre von den Freuden der Tafel” veröffentlicht hat.

Neben dem Gastrosophen gibt es noch zwei weitere Arten von Feinschmeckern, die Baron Eugen von Vaerst näher beschreibt, nämlich den Gourmet und den Gourmand. Diese beiden sind den meisten wohl schon bekannt. Der Gourmet vermutlicherweise noch etwas mehr als der Gourmand. Wohingegen der Gourmet als sachkundiger Kenner raffinierter Speisen und Getränke gilt, wird dem Gourmand gerne mangelnde Sachkenntnis unterstellt und man bezeichnet ihn oft auch sehr unschmeichelhaft als “Leckermaul” oder “Vielfraß”. Meist wird verkannt, daß auch der Gourmand ausschließlich seine Freude an qualitativ hochwertigen Speisen hat. Bei ihm darf es dabei aber trotzdem ein bißchen mehr auf der Gabel sein. Der Gourmand mag es eben gerne “gut und reichlich”.

Der Gastrosoph, die dritte Art des Feinschmeckers, erhebt den Genuß von Speisen zu einer eigenen Kunstform und wählt, unter Berücksichtigung der Gesundheit und der “Sittlichkeit”, nur das Beste aus.

Was lerne ich daraus? Es ist völlig klar, daß es von den Dreien der Gastrosoph am schwersten hat. Alleine die profunde Sachkenntnis zu den konsumierten Speisen und Getränken ist nicht ausreichend. Schließlich muß er zusätzlich auch noch gesundheitliche Aspekte und sittliche Kategorien in seine Bewertungen mitenfließen lassen. Das macht es mit dem eigenen, höchstpersönlichen Genuß dann schon bedeutend schwerer. Dauernd muß sich der Arme Gedanken machen, ob das, was er da gerade auf der Gabel balanciert gesund, sittlich genug und auch qualitativ hochwertig ist.

Der Gourmet bescheidet sich hinsichtlich der gesundheitlichen und sittlichen Aspekte und stellt die Qualität sowie eine geringere, angemessene Quantität in den Vordergrund. Bei den heutigen Schicki-Micki-Gourmets bewegt sich die mitgebrachte Sachkenntnis dabei jedoch meist auf einem unglaublich niedrigen Niveau. Man ißt eben, was “in” und teuer ist. Alleine dadurch gehört man vermeintlich schon zur besseren Gesellschaft. Im Vergleich zum Gastrosophen kann der Gourmet zwar schon etwas lockerer mit der Gabel umgehen, aber so richtig frei ist auch er nicht wirklich.

Ob gesund oder sittlich, dem Gourmand ist es egal. Der Gourmand erschrickt auch nicht, wenn sich das Gäbelchen mal ein bißchen durchbiegt, nur wirklich gut muß es sein. Zudem muß er sich auch nicht andauernd mit einer bei ‘wahren’ Gourmets leider weit verbreiteten Scheinkenntnis herumplagen. Es kommt eben nur das auf die Gabel, was mundet. Was nicht schmeckt oder den persönlichen, qualitativen Ansprüchen nicht genügt, wird nicht gegessen. Wenn es schmeckt, läßt es der Gourmand dann aber so richtig laufen und läßt es sich gut gehen. Da darf’s dann schon mal eine Portion mehr sein.

Ich lerne daraus, daß die Reklamationshäufigkeit vom Gastrsophen, über den Gourmet bis hin zum Gourmand abnehmen und die Genußfähigkeit dabei aber ganz drastisch zunehmen muß. Alleine schon der geringeren Anforderungen wegen, denen man sich als Gourmand beim Genuß selbst unterwerfen muß. Das oberste Kriterium ist der eigene Geschmack, nichts anderes. So gesehen bin ich gerne ein Gourmand. In diesem Sinne, packen Sie sich vor dem Meckern erst mal “locker was auf die Gabel”!

 
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Geschrieben von - Dienstag, 12. August 2008 in "Locker auf die Gabel"

 

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